Predigt f. 4.Fastensonntag, 14.3.2021

(Eph.2,4-10 / Joh.3,14-21)

Liebe Pfarrgemeinde!

Warum lässt Gott das zu?!!!  Ein oft gehörter Satz.

Wäre es uns wirklich recht, wenn Gott eingreift und etwas richten würde? Würde das dann auch allen recht sein?
Im heutigen Evangelium des Johannes gibt es eine Antwort! “Gott hat Jesus nicht auf die Welt gesandt, um sie zu richten, sondern dass die Welt durch Jesus gerettet wird.“ Er rettet uns durch seinen Leidens-und Liebesweg, indem wir auf ihn vertrauen, um selber richtig  zu werden, zu sein.

Gott ist barmherzig.  Der Glaube und das Vertrauen in Jesus, sind Voraussetzungen, um etwas richtig machen zu können.
In Gottes wunderbarer Schöpfung haben wir den freien Willen bekommen. Er ist uns eingepflanzt als Gewissen, jeder Mensch trägt es in sich!
Auch mit unserem Gewissen können wir immer unterscheiden, ob etwas richtig,  ob etwas gut oder böse ist. Wir können hinein hören und wir spüren es. Um besser unterscheiden zu können, bedarf es, zu erkennen. Um bewusster zu werden, können wir uns den Botschaften aller heiligen Schriften und der Evangelien öffnen, sie erfassen und verinnerlichen. Bewusstsein ist eine geordnete Energie in Kopf und Herz. Die Quelle ist Jesus Christus.

Es hilft uns nicht eine starre Haltung, nicht, dass wir quasi schon fertig sind mit alles zu verstehen,  sondern beweglich zu sein im Denken und Handeln. Beweglichkeit ist auch Schwingung. „Schwingen wir nicht, bleibt die Botschaft stecken“ heißt es.

Die Wahrheit ist immer hell, ist Licht. Das Licht, Jesus, kam in die Welt doch die Menschen lieben auch Dunkelheit und Finsternis, sind auch offen für etwas Böses oder verstecken sich, weil sie Unrecht taten, beschuldigten, weil Macht oder Geld, auch eine egoistische, selbst zusammengezimmerte Wahrheit oder Manipulationen  verführen. „ Was der Mensch sät, wird er ernten“, ist ein Jesuswort. Unser Licht gilt es hinaus zu tragen, ins tägliche Leben, zu unseren Nächsten und um verstehen und verzeihen zu können. Es ist eine Gnade, die Gott auch immer wieder uns Menschen angedeihen lässt, wenn wir um Verzeihung bitten und uns mit Etwas oder Jemandem versöhnen wollen. Wer die Wahrheit spürt und tut, kommt zum Licht.
Wir sind von Gott erschaffen und haben auch die Polarität mitbekommen, gut, böse, schön, schiach, gewalttätig, friedlich, dunkel, hell. Wir brauchen immer Beides, um unterscheiden zu können.
Die ganze Fülle und Vielfalt der Liebe und Würde haben wir von Beginn an intus! Allen Menschen mit Würde zu begegnen, erleichtert auch, Licht und Finsternis im Leben zu unterscheiden.
Finsternis und Angst sind Verbündete. Dazu sagt ein chinesisches Sprichwort:

„Die Angst klopft an die Tür, das Vertrauen öffnete – und niemand war da!   ---

Menschenwürde ist Licht, das spiegeln auch drei Sätze aus einem Gebet der Äbtissin Theresa von Avila: „Mache mich teilnehmend, aber nicht sentimental, hilfsbereit, aber nicht aufdringlich. Gewähre mir, dass ich Gutes finde, wo ich es nicht vermutet habe,  und Talente bei Leuten sehe, denen ich es nicht zugetraut hätte. Und schenke mir, Herr, die Liebenswürdigkeit, es ihnen zu sagen.“

Wir alle spüren Wandel und Veränderungen rund um uns und in der ganzen Welt. Wir sind gefordert, zu hinterfragen, zu verstehen und Impulse vom Wirken Jesus in unserem täglichen Leben lebendig werden zu lassen.

Um Ängste abzubauen, verlangt es Mut, Vertrauen und Glaube an die Kraft der Liebe und Allmacht Gottes.
Amen

Ulli Streimelweger, März 2021