4. Fastensonntag 31.03.2019 / Lesejahr C

von Resi Reichl


Der Vater lässt das Kind ziehen, respektiert sein Tun und Handeln ohne wenn und aber, es ist ein tiefes Drama in der damaligen Zeit, da Kinder für die Existenz, und ein Zeichen für Wohlstand und Gottesgeschenk waren. Das  wegziehen sehr tragisch war, vergleichen wir es mit heute, da schmerzt es ebenso, aber wir können uns mit den Kindern über Wats App und Internet dergleichen fast aus der ganzen Welt austauschen, um vieles  schwieriger ja sogar zum Alptraum wird es allerdings wenn jemand vermisst wird, Krank, Süchtig,.. nicht zurückkommt, das Warten vergeblich, das lässt diese Gleichnis-Geschichte erahnen, vom Scheitern zwischen der Liebe des Vaters und die Verlorenheit des Kindes. Er gibt noch Geld und Besitz mit und lässt das Kind sicher schweren Herzens ziehen. Was passiert in ihm, tiefe Trauer und trotzdem , in seinem Herzen muss Seelenfrieden sein und so kann der Vater sein Kind immer als Liebender in Gedanken  begleiten.

Friedlich und ohne gestutzte Flügel und Moralpredigt darf das Kind ,das Leben wozu es der Unternehmergeist Beflügelt. Ich denke Beim Warten auf die Rückkehr entwickelt der Vater wohl eine Gelassenheit und findet Frieden, da er das Kind im Herzen bewahrt , mit einer Liebe, die auch Gefahren mit sich bringt, denn wenn das Kind nicht umkehrt, dann könnte er ihm seine Liebe nicht zeigen…

Doch der Vater läuft ihm entgegen, kann es auffangen, weil das Kind sich im Vertrauen auf Ihn    fallen lässt in die liebenden Arme, wieder ohne Vorwurf, ohne Ärger, nur friedliche, barmherzige, freudige Liebe macht es möglich.
Das 2. Kind ist zu Hause geblieben, wohl nicht mit Selbstloser Zufriedenheit im Herzen, vielleicht wegen dem Besitz. Es geht ihm nicht wie dem Vater, dem das Geld und Wert des Materiellen  und geschehenes nicht das wichtigste ist, diesem Vater geht es um die würde als Mensch, diese ehrliche herzensliebe hat der Bruder nicht und kann auch die Freude über die Ankunft des Bruders nicht spüren und verstehen, weil er im materiellen denken steckt und --auf das Scheitern schaut und fehlverhalten in den Vordergrund rückt . In diesem Gleichnis will Gott als unser Vater der Liebe für uns da sein. Es tut gut, dass da einer ist der sich freut,   ja sogar sehnsüchtig wartet, dass wir uns ihm zuwenden      und das habe ich richtig Verstanden, denn diese Aussage gilt.

Für Gott gibt es keine Grenzen, aber wir können ihm die Grenzen ziehen. Wenn wir uns von ihm distanzieren, wenn er uns egal ist, wenn wir die Verbindung mit ihm vernachlässigen oder gar abbrechen, wenn wir mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen, dann respektiert dies Gott mit allen Konsequenzen, gerade weil er uns so liebt und wenn es ihm weh tut. Gott ist bereit uns ausnahmslos zu vergeben, aber er wirft uns die Vergebung nicht nach, umkehren müssen wir selber, denn Gott ist Liebe und die ist zum Warten bereit.

Das einzige was wir tun müssen ist uns zum Vaterhaus aufmachen. Dieser Gott Vater sieht auch  uns von weitem   kommen , in friedlicher Versöhnung erwartet er uns dann und schenkt uns die    Gotteskindschaft . Lassen wir sie uns immer wieder schenken.

Wie diese 2 Glocken hier in unserer Mitte, betrachten wir sie wie Vermisste die durch große Unterstützung allem voran Peter  und Fred die wie VÄtER  vieles in Kauf genommen haben damit sie wieder hier zu Hause sind. Ich bin sehr Dankbar für die vielen fleißigen Hände die es ermöglicht haben damit die vermissten wieder im Turm vollzählig   für den Frieden im Glockenturm erklingen KÖNNEN. Die Glocke die mich aufhorchen lässt, könnte mich stets daran erinnern, da ist einer, mein Gott Vater der mich braucht, sonst kann er mir seine Liebe nicht schenken. Amen.

 

3. Fastensonntag 2019 / Lesejahr C

von Mag. Thomas Wechselberger

Einleitung

„Schwingungen des Friedens“ steht als Motto über der heurigen Fastenzeit. Die neu gegossenen Friedensglocken, die das Geläut der Mauthausner Glocken nach über 100 Jahren wieder vervollständigen, sind der Anlass dafür. Eine lange Zeit, die vergangen ist, zwischen dem letzten Erklingen der Glocken, bevor sie für Kriegszwecke eingeschmolzen wurden, bis zum erneuten Erklingen als Friedens- und Hoffnungszeichen in der diesjährigen Osternacht. Dazwischen ist viel passiert in Mauthausen und in der Welt. So wollen wir uns besinnen, unser Leben vor Gott hinlegen und um sein liebevolles Erbarmen bitten:

Herr Jesus Christus, wir legen alle schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit und Gegenwart vor dich hin und hoffen auf deine heilende Gegenwart.
Kyrie eleison
Herr Jesus Christus, wir kommen mit all unseren ganz persönlichen Erlebnissen und Gedanken, die uns im Laufe der vergangenen Woche begegnet sind und vertrauen auf deine heilende Gegenwart.
Christe eleison
Herr Jesus Christus, alle unsere Hoffnungen und Sehnsüchte, alles Gute und Gelungene legen wir in deine Hand, denn wir vertrauen deiner heilenden Gegenwart.
Kyrie eleison

 

Predigtgedanken

Sie haben sicher schon die beiden neuen Glocken hier in der Mitte der Kirche gesehen und bewundert und vielleicht waren Sie sogar mit dabei, als am vergangenen Montag die neuen Friedensglocken in Mauthausen empfangen wurden. Ganz zu Mauthausen passend sind sie mit einem Schiff auf der Donau von Passau hergebracht und von vielen Menschen aus Mauthausen und auch aus Passau begleitet worden. Festlich in Empfang genommen unten vor der Volksschule und in einem Festzug zur Kirche gebracht sind diese neuen Friedensglocken nun in unserer Pfarrkirche angekommen.

Es ist eine lange Zeit vergangen, zwischen dem letzten Erklingen der Glocken, bevor sie für Kriegszwecke vor über hundert Jahren eingeschmolzen wurden, bis jetzt die neuen Glocken, die ganz dem Frieden dienen sollen, hier in Mauthausen angekommen sind.

Die Fastenzeit und der heutige dritte Fastensonntag mit dem Evangelium vom Feigenbaum, sind ein guter Anlass über das „Dazwischen“ nachzudenken. Die Zeit „dazwischen“ ist vielleicht wichtiger, als uns tatsächlich oft bewusst ist.
Um beim Beispiel der Glocken zu bleiben: Ist nicht die Zeit zwischen den Glockenschlägen mindestens genauso wichtig wie der Glockenschlag selbst?
Die Zeit zwischen den Glockenschlägen eröffnet erst den Resonanzraum, damit die Glocke klingen kann. Zwischen den Schlägen kommt der Ton zum Schwingen, und in diesem ruhigen und gleichmäßigen Schwingen kann der Glockenton seine Kraft entfalten.
Die Zeit „dazwischen“ ist also notwendig und produktiv, sie eröffnet Raum und Klang, lässt Zeit zum Kräfte sammeln und kann neue Energien freisetzen.

Aber dieses „Dazwischen“ hat auch seine Tücken. Nicht notwendigerweise muss die Zeit dazwischen auch produktiv und positiv sein.
So wie bei unseren Glocken wurde plötzlich der Zeitraum zwischen den Glockenschlägen sehr lange, über hundert Jahre. In Krieg, Unfrieden und Hass ist der letzte Glockenschlag verklungen. Misstöne haben den Friedensklang zum Verstummen gebracht. Und auf einmal ist der Resonanzraum tot und leer, nichts schwingt mehr.
Und von selber kommt da auch nichts mehr zum Klingen.

Und dann gibt es Menschen, die geben sich damit nicht zufrieden. Sie spüren die Leere und entwickeln eine Sehnsucht. Sie werden initiativ und engagieren sich. Sie werden aktiv und tun etwas. Menschen wie Fred und Peter, die viele andere von der guten Sache begeistern und siehe da, es kommt etwas in Bewegung. Und so wird in der Osternacht wieder ein neuer Resonanzraum für die Glocken eröffnet. Ein Resonanzraum des Friedens soll es werden.

In diesem Zusammenhang ist für mich auch das Programm für die Glockenweihe am kommenden Samstag sehr beachtlich. Wenn die neuen Glocken wirklich als Friedensglocken den Klang unseres Geläutes ergänzen sollen, dann kann man nicht so tun, als wäre in den vergangenen hundert Jahren nichts geschehen und eh immer alles bestens gewesen.
Wenn die Glocken und damit unser ganzes Leben in der Pfarre Mauthausen und auch in der Gemeinde dem Frieden dienen sollen, dann gehört das Gedenken an die Opfer der Geschichte notwendigerweise dazu. Erst aus diesem Gedenken und der Erinnerung kann eine einigermaßen versöhnte und friedliche Zukunft erwachsen.

Wenn jeder und jede von uns einen Beitrag leistet, so gut es eben möglich ist, dann werden wir hoffentlich in der Zukunft viele Früchte des Friedens ernten. Daran sollen die Glocken uns mit ihrem Geläut erinnern.

Das Evangelium vom heutigen dritten Fastensonntag geht ganz in diese Richtung.
Auch für den Feigenbaum ist die Zeit zwischen dem Früchtebringen mitentscheidend, ob er weiterwachsen und gedeihen kann. Diese Zeit dazwischen kann der Gärtner positiv beeinflussen, indem er umgräbt und düngt und dann mit großem Gottvertrauen der guten Sache seinen Lauf lässt.

In diesem „Dazwischen“ entscheidet es sich also:
Dazwischen entscheidet es sich, ob der Feigenbaum wieder Früchte bringen wird, oder ob er umgehauen wird.
Dazwischen entscheidet es sich, ob auf den vergangenen Glockenschlag ein nächster folgen wird oder nicht.
Dazwischen entscheidet es sich, ob auf Krieg wieder Krieg und Hass folgen, oder ob der Friede eine Chance bekommt.
Dazwischen entscheidet es sich, ob dem schmachvollen Tod am Kreuz eine Auferweckung folgen wird.

Genau in diesem „Dazwischen“ kommt es darauf an, Visionen zu haben, aktiv zu werden, sich zu engagieren und dann in einem großen Gottvertrauen den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Und so ist auch die Fastenzeit für uns Christen eine Zeit des „Dazwischen“. Eine Zeit zum Innehalten und Nachdenken, eine Zeit der Besinnung und Umkehr. Eine Zeit, das Leben neu auszurichten, damit es im Vertrauen auf Gottes Gegenwart zum Schwingen kommt und Früchte des Friedens trägt.

 

 

1. Fastensonntag 2019 / Lesejahr C

von Mag. Thomas Pree

Einleitung

In den Gottesdiensten der Fastenzeit und zu Ostern wollen wir dieses besondere Geschehen in unserer Pfarre hereinnehmen, dass unser Geläut mit zwei neuen Glocken wieder komplettiert wird. Zwei Glocken, die eine Friedensbotschaft in die Welt hinaustragen wollen.

Die Glocken sind ja tatsächlich Botschafter des Friedens, der uns vom Auferstandenen in die unterschiedlichen Herausforderungen des Lebens zugesagt ist. Wie bei einem Geläute können wir Christinnen und Christen hoffen, dass die verschiedenen Stimmungen und Schwingungen unseres Lebens und Zusammenlebens sich ergänzen, sich tragen und zu einem Harmonischen zusammenklingen werden.

In einem Moment der Stille können Sie den verschiedensten Schwingungen und Stimmungen, die gerade in Ihrem Leben den Ton angeben, nachspüren; die hellen und leisen und auch die dumpfen oder lauten. Wir können sie Gott anvertrauen, dem, der alles zusammen führt und zum vollen Klang bringt.

 

Predigtgedanken

Was braucht es, damit Glocken gut zum Klingen kommen? Ein gute Aufhängung, ein hin und her Schwingen und das Anschlagen des Klöppels. Früher, als sie noch durch Menschenkraft zum Läuten gebracht wurden, auch noch ein anstrengendes auf und ab. Wenn Glockenklänge Schwingungen des Friedens verbreiten, dann braucht es demnach ein Hin und Her, ein dagegen Schlagen und ein anstoßedes Auf und Ab und das alles rund um eine gute Positionierung. Das klingt zu allererst nicht nur harmonisch und friedlich.

Ähnlich können wir das Evangelium verstehen: dieses ganze Geschehen in der Wüste, der Hunger, die Versuchung, das Streitgespräch mit dem Teufel – auf den allerersten Blick ist das auch alles andere als Harmonie oder Friede. Dennoch steht diese Begebenheit von Anfang bis zum Schluss unter der Führung des Heiligen Geistes. Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt und kehrte, dieser Satz wurde in der Leseordnung des heutigen Evangeliums gekürzt, und kehrte erfüllt von der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa.

So gesehen könnten wir diesem Hin und Her, das wir in uns immer wieder einmal erleben, all die Pro und Contras und so manchen Auseinandersetzungen auch diese Dynamik des Geistes zutrauen. Es könnten Schwingungen der Erfüllung in Gang kommen, Schwingungen, die helfen in seine Kraft zu kommen.

Ja, es ist manchmal mühsam und schwierig, dieses Hin und Her, weil so vieles mindestens zwei Seiten hat, die eine Berechtigung haben. Das Brot und anderes, das mich auch nährt. Die Bedeutung der Macht und die Kraft des Dienens. Die Sinnhaftigkeit der Kontrolle und die Schönheit des Vertrauens. Dieser im Evangelium beschriebene Streit zwischen Jesus und dem Teufel geht sogar so weit, dass sich beide auf Bibelzitate berufen. Und wer hat nun recht? Wer hat die besseren Argumente? Das wird im Evangelium gar nicht bewertet, berichtet wird, dass Jesus eine Ruhe vom Teufel gefunden hat und Kraft erfüllt ins Alltagsleben zurückkam.

Wir selber haben doch auch immer wieder solche inneren Kämpfe und Entscheidungssituationen auszufechten, die einem zuerst einmal den inneren Frieden rauben. Was ist jetzt das Richtige für mich? Was brauche ich wirklich, um zufrieden leben zu können? Worauf baue ich und wem vertraue ich mich an? Wofür setze ich meine Lebenskraft ein und worauf kommt es tatsächlich an?
Zu diesen inneren Auf und Abs und Hin und Hers erfahren wir im Zwischenmenschlichen Ähnliches, wo Bedürfnisse sich entgegenstehen, Argumente auf Gegenargumente treffen und Streit sich ausbreitet darüber, was das Richtige ist und wer sich bei diesen Fragen durchsetzt. Auch hier steckt die Gefahr drinnen, den Frieden zu verlieren und vielleicht sogar Gewalt zu nähren.
Diesen Erfahrungen, die den persönlichen inneren Frieden und den Frieden untereinander gefährden, sind wir täglich ausgesetzt und das, obwohl doch die allermeisten eine Sehnsucht danach haben in Ruhe, Harmonie und Zufriedenheit zu leben. Das ist ja auch der Grund, warum mancher faule Friede eingegangen wird und so manche persönliche oder zwischenmenschlich anstehende Klärung verdrängt wird. Lieber 50, 60, 70%, dafür aber Ruhe und Sicherheit!

Das spannende des Evangeliums ist, dass dieses erfüllte Leben Jesu und das ganz in seiner Kraft sein durch dieses Hin und Her des Abwägens und Streitens gefunden wurde. Und das auch nicht ein für alle Mal, sondern für eine bestimmte Zeit, wie es im Evangelium hieß.

Dieses Hin und Her dürfte demnach eine Qualität des Heiligen Geistes sein. Um im Bild der Glocken zu sprechen, ist dazu wie eingangs angesprochen, eine gute Aufhängung unverzichtbar. Diese Aufhängung für Jesus und für seine Wege durch die Versuchung ist im Lukasevangelium unmittelbar vor dieser Wüstenerfahrung beschrieben. Es ist die Tauferfahrung Jesu, bei der er vom Himmel zugesagt bekam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Wer aus dieser Haltung, ein geliebtes Kind Gottes zu sein, in zwischenmenschliche Auseinandersetzungen geht oder sich auf die innere Suche nach dem Richtigen begibt, wird erfahren, dass daraus Schwingungen des Friedens entstehen. Es ist so tatsächlich ein ganz anderer Fokus und eine ganz andere Dialogfähigkeit möglich, wie wenn ich in diese Auseinandersetzungen mit dem Selbstverständnis hineingehe, dass ich klein und arm bin, dass ich sowieso immer zu kurz komme, dass ich mich beweisen muss und mir Anerkennung und Liebe zu verdienen habe.

Ich sehe im heutigen Evangelium die Ermutigung, ganz im Sinne des Friedens, die persönlichen Versuchungen und Suchbewegungen sowie auch die zwischenmenschlichen Differenzen nicht zu scheuen oder zu verdrängen. Wir dürfen uns dabei vom Geist Gottes in diese Wüstenzeiten führen lassen, wissend, so wie Jesus, als geliebte Kinder Gottes unterwegs zu sein.