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Die Pfarrkirche St. Nikolaus zu Mauthausen Foto: Weberberger Das Gotteshaus ist dem Hl. Nikolaus geweiht. Dieses Patronat weist auf einen sehr frühen Ursprung hin, da die ältesten Orte an der Donau dem Hl. Nikolaus, dem Schutzpatron der Schiffer und Fuhrleute geweiht sind. Die Bedeutung der Donau als Handelsweg wird heute noch ergänzt durch ihre Attraktivität als Radwanderweg. Wer als Radfahrer diese Kirche besucht wird es nicht nur der Kunst wegen tun, sondern macht zusätzlich eine Wallfahrt zum Hl. Nikolaus. Die Pfarre Mauthausen gehört seit 1122 zum Stift St. Florian. Ursprünglich war sie eine Seelsorgestelle der Nachbarspfarre Ried/Riedmark. Mauthausen wird 1613 selbstständige Pfarre und seither von den Chorherren des Stiftes St. Florian betreut. Bei Renovierungsarbeiten 1982 entdeckte man die Grundmauern einer romanischen Kirche sowie Reste einer frühgotischen Apsis. Die heutige Kirche ist eine zweischiffige spätgotische Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe aus Sandstein. Die Bauzeit erstreckt sich über das 15. Jhdt. 1708 wurde die Kirche teilweise barockisiert, barocke Altäre wurden aufgestellt. Der Hochaltar mit Tabernakel ist für uns Gläubige Zeichen der Gegenwart Gottes in unserer Mitte. Ende des 18. Jhdts. schuf der bekannte Barockmaler Johann Martin Schmidt, genannt "Kremser Schmidt" für den Hochaltar folgende Bilder, die den Festzeiten entsprechen: Englischer Gruß (Advent), Christi Geburt (Weihnachten), Auferstehung (Ostern), Letztes Abendmahl (Gründonnerstag, Fronleichnam). Zwei weitere Wechselbilder - Hl. Nikolaus und Der Gekreuzigte stammen aus der Werkstätte des Kremser Schmidt. Maria Himmelfahrt und das Pfingstbild wurden im 19. Jhdt. gemalt.
Erwähnenswert sind noch die beiden Heiligenstatuen am Hochaltar: Sie stellen die zwei bekannten Kirchenlehrer dar: links der Hl. Augustinus und der Hl. Hieronimus Die Hauptbilder der beiden Seitenaltäre stammen aus der Altomonte-Schule. Der linke Seitenaltar stellt die Heilige Familie dar - der rechte den Hl. Johannes Nepomuk, der als Helfer in Wassernot verehrt wird, dar. Der Ort Mauthausen wurde bis in die jüngste Vergangenheit oft vom Hochwasser heimgesucht. Das spätgotische Kruzifix (um 1490) in der Apsis paßt in den Umkreis des bekannten Kefermarkter Altares. Die 14 Tafeln des Kreuzweges im Nazarenerstil wurden um 1870 geschaffen. Die Mutter-Gottes-Statue "Maria vom Sieg" soll 1694 von einem Fischer in der Enns gefunden worden sein. Die Besitzerin des Schlosses Pragstein, Gräfin Cavriani ließ die gotische Statue barock überarbeiten und in der Heinrichskirche aufstellen. Bald pilgerten viele Menschen zu dieser Kirche, die im Volksmund "Maria Trost" genannt wurde. Die Statue kam um 1940 in die Pfarrkirche. Viele Menschen haben davor im Gebet Trost gefunden. Die Orgel mit 23 klingenden Stimmen wurde im Jahr 2000 von der Firma Rieger-Orgelbau in Schwarzach/Vbg. erbaut. Beim Eingang der nördlichen Kirchentüre befindet sich ein Weihwasserkessel aus Adneter Marmor (um 1520). Bei der Außenrenovierung der Kirche 1981/82 wurden drei gotische Fenster in der Apsis freigelegt. Da das Maßwerk noch vollständig erhalten war, wurden die Scheiben von Frau Lydia Roppolt künstlerisch gestaltet. Die Kirche hatte in ihrer ursprünglichen Form einen Zwickelturm. Um Platz für die schwere Türkenglocke (gegossen aus erbeuteten Kanonen) zu schaffen, musste der Turm aufgestockt werden und bekam 1689 einen barocken Turmhelm (Zwiebelturm). 1901 wurde eine hochaufragende, neugotische Spitze aufgesetzt. An der Südseite der Pfarrkirche ist die ehemalige Annakapelle angebaut. Sie wird heute als Sakristei verwendet. An der Außenseite befindet sich ein bedeutendes Fresko aus der Zeit um 1590. Es stellt eine Pieta mit Assistenzfiguren und Engeln dar. Die Kirche umgab bis zum Jahre 1901 der Friedhof der Pfarre. Nur die von der Donau angeschwemmten und Armen fanden bei der Heinrichskirche ihren letzten Ruheplatz. Mitten in diesem Friedhof steht der romanische Karner (Beinhaus), auch Barbarakapelle genannt. Er ist der einzige erhaltene romanische Karner nördlich der Donau. Im inneren wurden romanische Fresken aus der ersten Hälfte des 13. Jhdts. freigelegt. (Den Schlüssel erhalten Sie im Pfarrhof.) Dargestellt ist Christus als Weltenrichter sowie die 12 Apostel. Der weltliche Ritter links oben soll nach mündlicher Überlieferung der Minnesänger Dietmar von der Aist sein, der 10 Kilometer nördlich seine Burg hatte (Altaistberg). Bei der Erneuerung des Außenputzes kamen an der Südseite zwei kaiserliche Wappen, datiert um 1496, sowie der Oberkörper einer riesigen Christophorusfigur zum Vorschein. |